Biographie

Was bisher geschah:

Geboren 1946 in Wien, Mutter Lehrerin, Vater Sänger in der Wiener Staatsoper. Darum war ich eher klassisch unterwegs, während die Schulfreundinnen Elvis anbeteten.

Nach der vierten Klasse mit zwei Fünfern in’s Leben entlassen, machte ich auf Anraten meiner Mutter einen Kosmetikkurs, um einen anständigen Beruf zu haben. Gleichzeitig war ich der Star der Pfarre Schottenfeld, und zwar in der Kabarettgruppe „Die lange Nase“ die mein 17-jähriger Freund gegründet hatte.

Dann ein Stipendium in der Schauspielschule „Krauss“. Da stellte man fest, dass ich eine  Frau mit komischem Talent war, was damals selten vorkam.

Mit 18 engagierte mich der Gerhard Bronner für sein Kabarett in der Walfischgasse wo auch der Qualtinger seine Späße machte und mit 19 war ich nach einem Vorsprechen plötzlich Mitglied  im Volkstheater.

Dort war ich 15 Jahre lang zuhause und ein Star wie in der Pfarre Schottenfeld. Nestroy, Brecht, Turrini, hab ich gespielt. Und viele Musikalische Komödien.

Zwischendurch in Musicals im Theater an der Wien, und dann im „Theater in der Josefstadt“ Horvath und Nestroy.

Sehr wichtig war das Zusammentreffen auf einem Ausflugsboot in Griechenland mit dem Engländer Dai King, einem Archäologiestudenten. Da ist er gesessen mit seiner Gitarre und hat Griechische Lieder gesungen. Ich hab mitgesungen und er hat sein Leben nach Wien verlegt, und wir haben Lieder gemacht. Wir waren „ang’sagt“ damals, machten unzählige ausverkaufte Konzerte und zwei Schallplatten. („Gurken haben keine Tränen“)

Daneben entdeckte mich das Fernsehen und ich war plötzlich sehr populär. (Das ist, wenn dich im Supermarkt die Leute anreden: „Frau Schmidinger, sie sind mein Fan!“)

Besonders in der  legendären Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter “, als Hausmeisterin „Fini“ habe ich viel Sympathie bekommen.

Dann kam die Ehe mit dem Journalisten Eric Andics und zwei Töchter, die Therese und die Sophie.

Ich habe mich für die SPÖ engagiert und für Johanna Dohnal, die eine Aktion „Töchter können mehr“ gestartet hatte, und bin mit einem themenbezogenen Kabarett durch die Lande gezogen.

In den Neunzigern gelang mir mit dem sozialkritischen Kabarettprogramm „Die nackte Matrone“ ein sensationeller Erfolg, wo ich und mein Co-Autor Harald Posch manche Tabu Themen angriffen. Ich war z. B. die Erste, die Kindesmissbrauch thematisierte.

Dafür gab’s den „Salzburger Stier“.

In den folgenden Jahren Soloprogramme, mit Michael Niavarani als Mit-Autor.

Ich engagierte mich auch politisch, gegen Gewalt gegen Rassismus, und bei der Aidshilfe.

Auf dem Buchsektor zwei Bestseller „Raus damit“ wo  es um Essstörungen geht, und dann „Ich hab’ sie nicht gezählt“, eine satirische Abhandlung über meine Liebhaber.

Die Ehrenkreuze zeige ich auch gerne. Silbernes und goldenes der Stadt Wien, Nestroy Ring und sogar den „Oskar der Friseure 1977“.

Große Freunde hat mir eine Tournee mit der Andrea Händler gemacht wo wir Szenen aus Elisabeth T. Spira’s „Alltagsg’schichten“ auf die Bühne brachten.

Ab 2006  habe ich dann meine Regiekarriere, vor allem mit Operetten in Ischl beim Lehar Festival begonnen. Dort hat mir als Quereinsteigerin der damalige Direktor Michel Lakner die Chance gegeben, die Operette „Der Bettelstudent“ zu inszenieren. Er hat es nicht bereut, es war ein großer Erfolg. Der „Zigeunerbaron“ folgte und dann in Linz eine moderne, satirisch Fassung von „Der Vogelhändler.“
Weitere Jahre war ich eine der Stammregisseur/innen bei den Lehar Festspielen und dann habe ich eine Bühnenfassung für die Wiener Kammerspiele  die „Alltagsgeschichten“ mit Andrea Händler und Otto Schenk inzeniert.

Zu meinem 70. Geburtstag ein Soloprogramm „Einfach Schmidinger“ eine Rückschau auf 70 Jahre Kabarett in Österreich. Ein Programm, das noch immer gerne gebucht wird.

In der Saison 2017, 2018 und 2019, holte ich mir die Lacher im Raimundtheater beim Musical „I am from Austria“. Das Stück besteht aus Liedern von Rainhard Fendrich und  erreichte bald Kultstatus.